Armutsrisiko - alternatives Unwort des Jahres der MIT
Dienstag, 8. Januar 2008
Für die Polemik des Jahres hat die Unwort-Kommission dieses Jahr den Begriff Herdprämie auserkoren. Die MIT, so Gregor Wick, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung der CDU (MIT) habe dazu wieder eine Alternative gewählt. Für die Mittelständler ist dieses Jahr der Begriff "Armutsrisiko" das Unwort des Jahres.
Man diskutiere derzeit in Deutschland die Debatten nicht nur falsch, sondern man führe sogar die falschen Debatten, so Wick und bezieht sich dabei u. a. auf Mindestlohn und Jugendkriminalität.
Beide Unworte - "Herdprämie" wie "Armutsrisiko" - verdeutlichten das umso mehr. Wenn die Familiengründung in Deutschland mit dem Begriff Armutsrisiko begleitet würde, so brauche man sich nicht wundern, das junge Leute am Beginn ihres Berufslebens hier zurückhaltender werden. Man müsse viel mehr endlich dazu übergehen, Familiengründungen zu ermuntern. Tatsache sei nämlich, dass Kinder ein "Reichtumsrisiko" seien. Sie sind bereichernd, fördern die Kreativität im erwachsenen Menschen, stiften Anregungen, sind frech, nerven und stellen viele Fragen. Fragen, die sich Erwachsene schon lange nicht mehr gestellt haben. Kinder sind mit wenig zufrieden, aber eines brauchen sie inflationär: Zuwendung. Und hier besteht das Armutsrisiko. Wer sich nicht seinen Kindern zuwenden könne, weil er in zwei Jobs sein Geld verdienen müsse, das der Staat ihm seelenlos wegbesteuere, den kann das Armutsrisiko erreichen. Vom Verfassungsgericht wurde festgestellt, dass die Familienbesteuerung verfassungswidrig sei. Es ist also der Steuer-Staat, der den Schlüssel für mehr Kinder in der Hand hat.
Die MIT fordert deshalb u. a. die komplette Absetzbarkeit von Betreuungskosten und die Senkung der Mehrwertsteuer für jedweden Kinderartikel. Es könne nicht sein, dass Windeln mit 19 % besteuert würden, Hundefutter aber nur mit 7 %.

