Die Grünen - gestern und heute. Einige Erkenntnisse zu S 21.
Freitag, 1. Oktober 2010
Nun ist es also wieder aufgetaucht, das GRÜNEN-Papier von 1995 zu Stuttgart 21 namens "Alternativen sind machbar!"
Wir meinen, dass daran heute erinnert werden sollte. Das 44-seitige Original kann gerne bei uns angefordert werden.
Quasi als Prolog heißt es auf Seite 14:
3.4 Den Verkehr in der Region Stuttgart "umkehren"
... Bündnis 90/Die Grünen wollen den Anteil des Autoverkehrs in der Region Schritt für Schritt und Jahr für Jahr senken. Dafür müssen die Verkehrsträger des Umweltverbundes entsprechend gestärkt werden - daß heißt, der Ausbau des schienengebundenen ÖPNV muß im Maßnahmenkatalog absoluten Vorrang haben. Parallel dazu muss der Autoverkehr "entschleunigt" werden, um die gewünschten Umsteigeeffekte zu erzielen. Dazu zählen Tempolimits, der Verzicht auf neue Straßenbauprojekte, Straßenrückbau, Zufahrtsbeschränkungen und die Einführung einer Nahverkehrsabgabe im Autoverkehr. Alle Planungen für Stuttgart 21 haben sich daran zu orientieren. (Klingt uns leider ziemlich indoktrinär, freiheitsberaubend und kostenintensiv für Bürger/innen, die vor allem auf PKW angewiesen sind.)
Weiter heißt es 1995 u.a. "Das Projekt Stuttgart 21 kann tatsächlich die Weichenstellung für den Schienenverkehr des 21. Jahrhunderts in unserer Region sein. Diese Weichen müssen allerdings richtig gestellt werden." (Seite 15)
Seite 18: "Stuttgart 21 muss so angelegt sein, dass es bei einer Steigerung des Zugverkehrs und des Fahrgastaufkommens ausbaufähig ist." . . . "Es wäre unverzeihlich, die Planung für Stuttgart 21 nur am heutigen und kurzfristig absehbaren Bedarf auszurichten" . . .
"Ökopolis: Das neue Stadtquartier könnte zum Symbol für eine ökologische Modellregion werden, von der Impulse ausgehen." (Seite 20)
Und jetzt kommt´s:
Seite 22: "Stuttgart 21 Plus - 12 unterirdische Durchgangsgleise"
"Diese Variante deckt sich im Grundprinzip mit den bisherigen Planungen, sieht jedoch Kapazitätserweiterungen vor. 12 statt 8 Bahngleise sollen den integralen Taktfahrplan ermöglichen."
Seite 24: "Grüne Vorgaben zur Flächennutzung"
"Arbeitsplätze/Büros ohne Autos, soziales und ökologisches Wohnen ohne Autos, Freiflächen innerhalb der Stadtquartiere,..."
Warum dokumentieren wir das hier? Weil wir meinen, dass es sich lohnt, die GRÜNEN an ihre seinerzeitigen Überlegungen zu erinnern und die Öffentlichkeit darüber zu informieren.
Jetzt den Öko-Wahlklamauk zu starten ist unredlich und abträglich für den repräsentativen Parlamentarismus, zu dessen festen Bestandteil die Grünen doch längst geworden sind.
Ihre MIT Karlsruhe-Stadt

