Pressemitteilung:

Handwerk will Verbesserungen

Samstag, 10. November 2007

HandwerkwillVerbesserungen

"Hat Handwerk noch goldenen Boden?" So lautete der Titel des Vortrages, den Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann am Donnerstagabend anlässlich der Jahresabschlussveranstaltung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Karlsruhe-Stadt (MIT) im Hotel Residenz hielt. Seine Antwort lautet: Ja, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Doch die ließen zu wünschen übrig. Obwohl das Handwerk ein bedeutender Bestandteil der mittelständischen Wirtschaft in Baden-Württemberg mit rund 124 700 Betrieben sei, gab es im vergangenen Jahr 359 Insolvenzverfahren mit fast 400 Millionen Euro Forderungen. Die Gründe seien vielschichtig. Zum einen gerate die gute Qualität der Ausbildung durch angelernte Arbeiter aus dem Osten stark in Bedrängnis. Zum anderen sei die Angleichung des Meistertitels in der EU noch nicht erfolgt. Ein weiterer Punkt sei der demografische Wandel, der viel Risiko, aber andererseits auch Chancen für das Handwerk biete. Als Beispiele nannte Hoffmann das vernetzte Haus (auch ohne PC-Kenntnisse) und altersgerechtes
Wohnen.

Public Private Partnership (PPP) sei eine neue Marktchance für das Handwerk. Wichtig seien auch starke Partner bei der Finanzienmgsstruktur. "Der öffentliche Auftraggeber hat hier eine besondere Verantwortung über die Ausgestaltung der Ausschreibungsverfahren." Sonst würden nur Kapitalgesellschaften als Marktteilnehmer übrig bleiben, die im Gefolge Billigarbeiter aus Schwellenländern mitbrächten, sagte Hoffmann.

In der von MIT-Kreisvorsitzendem Gregor Wick geleiteten Diskussion standen unter anderem Billigarbeiter und politisches Engagement im Mittelpunkt. Standortverbundenheit werde oft nicht gewürdigt, so Ursula Weber, Inhaberin des ältesten Elektrofamilienbetriebes in Karlsruhe: "Wie die Betriebe aus dem
Osten das machen, ist unerklärlich."

(Quelle: Badische Neuste Nachrichten)

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