MIT fordert Abstandnahme von der Französischpflicht
Donnerstag, 1. Januar 2009
Gegen Sprachenwirrwarr zulasten der Schüler
"Parlamentarier sind nicht Vollzugsbeamte einer Regierung, sondern souveräne Akteure im Politikgeschäft", so Gregor Wick, Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU Karlsruhe-Stadt (MIT) anlässlich der Debatte zur geplanten Französischpflicht an Schulen entlang der Rheinschiene. Deshalb hoffe er, dass die Abgeordneten im Stuttgarter Landtag ein Einsehen mit der Lage der Kinder und Eltern in der Technologie Region Karlsruhe haben werden und von der geplanten Französischpflicht wieder abrückten.
Die MIT moniert, dass sowohl der eindeutige Wille der Eltern als auch der Unternehmen der TechnologieRegion Karlsruhe in Stuttgart derzeit nicht so richtig zur Kenntnis genommen werde. Kinder seien erstens keine Versuchskaninchen und hätten zweitens, soweit sie am Gymnasium seien, derzeit erst einmal das neue G-8 zu verkraften, das neun Gymnasialjahre auf acht Jahre komprimiert hat.
Die Interessen der Unternehmen seien jedenfalls eindeutig: Man erwartet von jungen Berufsanfängern a) gute Sprachkompetenz in Deutsch und b) Sprachkompetenz in Englisch, so Gregor Wick. Längst werde in Mittelstandsbetrieben beklagt, dass viele jungen Leute nicht mehr über solide Deutsch- und Englischkenntnisse verfügten, somit sei es kontraproduktiv, jetzt auch noch eine künstliche Sprachgrenze durch Baden zu ziehen.
Was ein junger Mensch später im Berufsleben brauche, seien u.a. diese beiden Sprachen. Führe man hingegen die Französischpflicht ein, so weist die MIT darauf hin, dass das Erlernen einem Teil der Schülerinnen und Schüler sicher nicht schwer fallen würde, aber der überwiegende Teil damit Probleme bekommen werde.
Kinder, die vom Elternhaus nicht so gut gefördert würden, hätten doppelt Probleme und es würde sich schnell ein Frustpotential aufbauen. Insbesondere wenn Kinder aus Zuwandererfamilien vor der Herausforderung stünden Deutsch, Französisch und Englisch lernen zu müssen, sei dies kaum zu meistern. Die Kluft würde größer und die gewollte Integration gehemmt. Die MIT empfiehlt daher, eine Freiwilligkeit zu diskutieren, statt sich an der Französischpflicht zu verkämpfen. Es gäbe nicht nur das "entweder oder", sondern auch das "sowohl als auch", gibt Wick zu bedenken und begrüßt daher die Haltung der CDU-Abgeordneten Katrin Schütz, die aus dem unternehmerischen Mittelstand komme und daher auch die Probleme dort kenne.
Nicht zu letzt mahnt die MIT Karlsruhe auch eine Gleichbehandlung aller Kinder in Baden-Württemberg an, was sich aus der Landesverfassung ableiten lasse. Insofern erübrige sich der Französischzwang für unseren Landesteil.

