Mittelständler besuchten BIZ
Mittwoch, 19. Mai 2010
"Sind wir über den Berg?", war die Frage, als Hartmut Pleier, Leiter der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Karlsruhe auf die Statistik zu Arbeitsplätzen, Arbeitslosen und Kurzarbeit im Bezirk Karlsruhe zu sprechen kam. Mit nur 5,2 % Arbeitslosigkeit rangiere die Karlsruhe BA - Stand April 2010 - bundesweit ganz vorne und in Baden-Württemberg genau im Landesschnitt. Das Kurzarbeitergeld, das im Bezirk von rund 1.000 Betrieben in Anspruch genommen worden sei habe auch zu weniger Rekrutierungskosten der Betriebe geführt, die so nämlich ihre Fachkräfte halten konnten, so Pleier.
Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) informierte sich bei einem Rundgang im Berufsinformationszentrum (BIZ), um mögliche Wege aus der Krise in Zusammenarbeit mit der BA zu finden. Neben guter beruflicher Ausbildung junger Menschen ist heute immer öfter auch ein Berufswechsel von Erwachsenen nötig. Deshalb, so Hartmut Pleier, kämen immer häufiger auch Erwachsene ins BIZ, um sich über andere oder neue Berufe zu informieren.
Die MIT bekam einen Einblick in die moderne Einrichtung des BIZ, das computergestützt auch Videofilme von vielen Berufen vorhalte und per Internet und persönlichen Beratungen die Berufsfindung erleichtere. 9.000 junge Leute von allen Schularten kämen ins BIZ und nutzten die Angebote.
Karin Lutz stellte den Mittelständlern den Arbeitgeberservice der BA vor. Seit drei Jahren vermittle man Arbeitsplätze auf konkrete Anfrage von Betrieben. Man begleite betriebliche Trainingsmaßnahmen und die Anpassungsfortbildung.
Gregor Wick, Vorsitzender der MIT Karlsruhe zeigte sich erfreut, dass viele BA-Kunden auch den Weg in die Selbständigkeit anstrebten und der überwiegende Teil der Starter nach drei und fünf Jahren seinen Platz im Markt erfolgreich gefunden habe. Allerdings kritisierte Wick die schleichende Aushöhlung der grundgesetzlich geregelten Tarifautonomie mittels gesetzlich vorgeschriebener Löhne und die Überregulierung des deutschen Arbeitsrechtes. Hier forderte Wick mehr Flexibilität. Wichtig sei es heute, alle jungen Leute, ob Einheimische oder mit Migrationshintergrund, in Berufe oder ein Studium zu ermutigen, denn der Fachkräftemangel werde schon heute spürbar. Pleier und Wick lobten deshalb gemeinsam die Initiative des Handwerks, mit einer bundesweiten Werbekampagne auf die vielen interessanten und attraktiven Berufe des Handwerks aufmerksam zu machen.

